Der emotionale Teufelskreis

Ein Hund bekommt ein neues Zuhause

Mensch:
„Mein Hund - ich bin voller Freude, ach ist der süss!“
Gedanke plus Gefühl = Emotion 

Man wird weich wie Butter an der Sonne, jegliche Struktur geht verloren! Man möchte ihm das schönste und beste Leben schenken, ihm die ganze Liebe geben. Er soll von mir alles bekommen, alles was er nur möchte. 
Hund:
Da kommt ein Mensch und holt mich ab! Oh weh, was passiert hier bloss?
Ach so, gar nicht so tragisch, er ist ja voller Begeisterung und Freude über mich. Hier darf ich ja alles was ich will.
Schön, wie er mich beobachtet und mir folgt. Das Essen ist super und wenn ich etwas nicht mag, dann gibt es etwas anderes! Cool, ich darf hier überall hin und kann immer mit ihm spielen!

Mensch:
Eines Tages beim Spazieren hat Wufel ein kleines Kind angebellt und dann ist er plötzlich einem Reh nachgejagt ???
Oh Schreck! So etwas hat er noch nie gemacht! Wieso tut er das plötzlich?
Es ist an der Zeit strenger zu sein mit Wufel. 
Gedanke plus Gefühl = Emotion

Hund:
Da gab es heute ein Kind, es kam ganz nah in unser Revier, es war kein Problem für mich, ich habe die Situation kontrolliert! Laut gebellt habe ich und das Kind ist sofort gewichen.
Dann bin ich einem Reh nachgejagt! Das hat mir so viel Spass gemacht! Hoffentlich sehe ich auf dem nächsten Spaziergang wieder ein Reh!

Der Mensch:
Er wird nun von seiner neuen Emotion geleitet. Er ist wütend und enttäuscht über seinen Wufel - energisch macht er dem Hund klar, nicht zu jagen und keine Kinder anzubellen!

Doch nach ein paar Tagen Training, um gegen das Problem anzukämpfen, plagt ihn ein schlechtes Gewissen: „War ich jetzt zu energisch zu Wufel“?
Gedanke plus Gefühl = Emotion

Der Hund ist doch so süss und immer für mich da!
Gedanke plus Gefühl = Emotion 

Und alles beginnt von vorne: Der Mensch fängt wieder an, die Probleme zu bekämpfen, anstatt an der Ursache zu wirken ..und das meistens ein ganzes Hundeleben lang.

Wenn du in diesem Teufelskreis fährst, dann höre auf zu trampen!

Sobald wir unsere Gedanken mit unseren Gefühlen vermischen, sind wir nicht im Hier und Jetzt, sondern wir sind in den Emotionen gefangen.

Ein Hund lebt im Moment, deshalb kannst du jetzt aussteigen!
Mit einer Struktur, die nicht von deinen Emotionen geleitet wird, sondern die dem Hund Sicherheit bietet, ihm seine Aufgabe zeigt und ihn lernt auf dich zu achten.

Es sind immer die drei gleichen Punkte zu beachten:
Technik - Energie - Konsequenz.

Technik: z.B. Handzeichen, Fokus, Marker-Signal, Leine ...
Energie: z.B. Sicherheit, Ruhe, Freude ...
Konsequenz: täglich die gleichen Regeln und Grenzen!

Mit der falschen Energie und ohne Regeln und Grenzen, die täglich beharrlich umgesetzt werden, wird die beste Technik zu nichts führen!

Wenn du deinen Hund liebst und dich nicht von egoistischen Emotionen leiten lässt, dann mach dir folgende Gedanken:

Was braucht mein Hund?
Welche Aufgaben kann er erfüllen?
Welches Verhalten soll er zeigen und wo sind meine Regeln und Grenzen?

Der Hund ist ein stolzes Wesen und er lernt uns sehr viel. Er ist ein treuer Begleiter, der es verdient als Hund angesehen zu werden mit all seinen Fähigkeiten!




Yvonne Frei,
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