Warum hast du einen Hund?

Warum hast du einen Hund?

Eine wichtige Frage, die sich jeder Hundehalter stellen sollte.



Wir Menschen haben das Verlangen nach Liebe und Gemeinschaft. Oft beruht dieses Verlangen allerdings auf anerzogene Ängste, dass man nicht geliebt wird oder man möchte nicht alleine sein.

Durch diese Ängste entstehen Erwartungen:

Hunde müssen oft für diese Erwartungen (emotionale Ängste) hinhalten. Man kauft sich einen Hund, um nicht allein zu sein, um geliebt zu werden und manchmal dient ein Hund sogar als Kind- oder Partnerersatz usw.

Diese Erwartungshaltung gegenüber einem Lebewesen stellt ein emotionaler Missbrauch dar, indem von ihm erwartet wird, deine persönlichen Ängste aufzulösen oder auzugleichen.

Erwartungen an andere machen abhängig und Abhängigkeit führt wiederum zu Angst. Eine Beziehung, die auf Erwartungen beruht, kann deshalb nicht funktionieren, weil ihr Prinzip auf Angst aufbaut.



Spannend zu sehen, dass das, was meistens als Liebe bezeichnet wird in einer Beziehung eher aus Angst entsteht und mit Liebe nicht wirklich viel zu tun hat.

Deshalb verwandle die Beziehung mit deinem Hund in eine Freundschaft.

Wesentlich dabei ist, sich mit seinen eigenen Ängsten auseinander zu setzen und diese aufzulösen.

Gelingt dies, kann eine wahre Freundschaft entstehen, basierend auf einer gleichwertigen Ebene, bei der der Hund nicht als Ersatzfunktion und Kompensation dient aufgrund den Erwartungen des Halters. 


Eine Freundschaft, in der man sich gegenseitig akzeptiert, respektiert und vertraut, kann nur entstehen, indem keine Erwartungen auf das gegenüber projiziert werden.
Ohne Erwartungen entsteht Raum, die Bedürnisse seines Hundes kennen zu lernen.



Dein Hund erwartet nichts von dir. Dein Haus, dein Auto, deine Kleidung, deine Frisur, dein Alter, dein Aussehen usw. ist deinem Hund total egal.

Für ihn bist du auch kein emotionaler Ersatz!

Jeder Hund ist ein Individuum. Lerne ihn und seine Bedürfnisse kennen und zeige ihm die Welt und wie er in ihr am besten zurecht kommt.

Übernehme Verantwortung und falls er etwas nicht sofort versteht, wie die Leinenführigkeit, den Rückruf oder das Kreuzen von anderen Hunden, dann sei nicht frustriert, ärgerlich oder wütend!

Verabschiede deine Erwartungshaltung, denn diese Gefühle basieren auf Angst.



Sei dir bewusst, dein Hund bemerkt deine Energie augenblicklich. Es ist nicht möglich ihm etwas vorzutäuschen.

Energisches oder frustriertes Verhalten deinerseits, hervorgerufen aus Angst (weil es deiner Erwartungshaltung nicht entspricht), wird dein Hund als Schwäche einordnen.
Folglich wird er die Verantwortung für euch zwei übernehmen, da er merkt, dass du mit der Situation nicht zurecht kommst und oft ist dein Hund dann mit der Situation total überfordert.

Also (er)warte nicht, dass er alles gleich auf Anhieb kann. Warten ist immer Stillstand!

Akzeptiere und respektiere ihn und falls er etwas nicht versteht, sei ruhig, gelassen und zeig es ihm erneut.

Überprüfe immer, stimmt deine Energie, deine Technik und hast du konsequent die gleichen Regeln und Grenzen?



Meines Erachtens entsteht aus einer (Be)ziehung eine (Er)ziehung in die Welt deiner Erwartungen.
Durch das Ziehen entsteht Zug und Zug führt zu Gegenzug und somit zu einem Kampf.

Eine Freundschaft jedoch schafft wahre Freude am Zusammensein - fernab jeglicher Erwartungen. Basierend auf gegenseitigem Vertrauen, Akzeptanz und Respekt. Statt Kampf entsteht eine Einheit von der beide Seiten profitieren und wachsen.

In dieser Freundschaft wird es möglich, einander gegenseitig zu begeistern, zu motivieren und zu stärken.
Begeisterung und Freude steckt an!
Deshalb wundere dich nicht, auf welche positiven Überraschungen du triefst in einer erwartungslosen Haltung.


IM REICHTUM DER EINFÄLLE ÜBER DAS VORHANDENE HINAUSGEHEN,
IST DER URSPRUNG JEDER SCHÖPFUNG.

Yvonne Frei